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Grüne Christen feiern ihr Jubiläum im blauen Kaisersaal

Bundesarbeitsgemeinschaft im Bündnis 90/Die Grünen begeht 25-jähriges Bestehen in der Begegnungsstätte St. Ludgerus

Von Hartmut Beyer

HELMSTEDT. Vor 25 Jahren wurde auf einer Bundeshauptausschuss-Sitzung in Bielefeld die Bundesarbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen beim Bündnis 90/Die Grünen offiziell gegründet. Im Rahmen der traditionellen Frühjahrstagung, zu der Delegierte aus allen Landesarbeitsgemeinschaften angereist sind, wurde das Jubiläum im Kloster St. Ludgerus in Helmstedt mit einem Festakt gewürdigt.

Von oben herab blicken aus ihren ovalen Bildern Kaiser Karl VI. und seine Gemahlin Elisabeth Christine auf das Gestühl im originalgetreu restaurierten barocken Kaisersaal. Claudia Roth bemüht sich mit Hilfe von Gehhilfen in die erste Reihe - Entzündung im Knie. Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen kennt einige der Delegierten persönlich. Für ein Grußwort angereist ist auch Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber, neben ihm sitzt die Europaabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Gisela Kallenbach, und der Gast, der den Festvortrag halten soll, Firouz Vladi.

Zunächst misstrauisch von den Kirchen beäugt

Es wird Rückschau gehalten. Die Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft, Sybille Mattfeldt-Kloth erinnert daran, dass evangelische und katholische Christen gemeinsam die Arbeitsgruppe vor 25 Jahren gegründet hätten. "Sehr misstrauisch wurden wir beäugt von den Kirchen", meinte sie, "das ist heute nicht so". Der Umgang sei weitgehend unaufgeregt. "Nach wie vor begleiten wir kritisch das Verhältnis von Kirche und Staat", bekräftigte sie das Grundanliegen der Bundesarbeitsgemeinschaft, die über sich sagt, dass sie das Ziel ihrer Arbeit darin sieht, als überkonfessionelle, bundesweit agierende Gruppe kritischer Christen innerhalb der Grünen das christliche Potential heraus zu stellen. Man verstehe sich als ein freies Beratungsorgan sachkundiger Menschen innerhalb der Partei und praktiziere Christliche Politik im Rahmen der 'Grundpfeiler' grüner Politik, nämlich des ökologischen, basisdemokratischen, sozialen und gewaltfreien Handelns als ethischer Imperativ, zusammengehalten durch das Prinzip der Wahrung der Menschenwürde.

Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, termingehetzt, ließ erst einmal ihre Freude heraus über den schönen Kaisersaal, spann im Sinne des Hauptthemas "Interreligiöser Dialog zur Friedensförderung" einen Bogen zu den Wurzeln ihrer familiären Herkunft und sagte zum Wirken der Bundesarbeitsgemeinschaft: "…ihr macht deutlich, dass christliches Engagement für die ganze grüne Partei, eine ganz wichtige Quelle der Inspiration ist. Und ich bin mir sehr sicher, dass ich mit solcher Feststellung nicht alleine stehe."

"Brücken bauen, das heißt Ökumene … wir brauchen mehr Ökumene, die auch weit über das Christentum hinausgeht", fuhr sie fort. Der Islam sei die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in der Bundesrepublik und man müsse sich bemühen, "dass der Islam wirklich bei uns eingebürgert wird." Damit baute Roth eine Brücke zu dem ihr folgenden Festredner Firouz Vladi.

Erwartungen an die Gesellschaft

Firouz Vladi vom Landesverband der Muslime (Schura) sorgte mit seinem Festvortrag "Der Islam im interreligiösen Dialog - Standpunkte und Visionen" für Aufklärung und Verständnis und kritische Hinterfragung. Mit Blick auf die Zahl von 240000 Muslimen in Niedersachsen und 3,5  Millionen in Deutschland meinte er, dass die Muslime noch auf dem Weg seien hier in diesem Staat und in dieser Gesellschaft anzukommen. Er schilderte vielfältige Probleme bei der religiös bestimmten Lebensführung und sprach über Wünsche und Erwartungen an die Gesellschaft und die Vision eines Staatsvertrages, der unter anderem die Einrichtung eines islamischen Lehrstuhls für Forschung und Ausbildung von Imamen, die Durchführung von Religionsunterricht, die Bekleidungsfreiheit oder die Anstaltsseelsorge ermöglichen würde. Mit den Ausführungen gab Vladi den Anwesenden noch viel Gesprächsstoff bei einem Glas Wein. Das Zweiklang begleitete auf Querflöte und Klavier den Festakt.

Bericht der Braunschweiger Zeitung, Helmstedt vom 16. März 2009

Quelle: Braunschweiger Zeitung, Helmstedt, 16. März 2009, Helmstedt Lokales, Seite H03

 

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